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Die Lisa und Lisa 2
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Im Januar
1983 wird die Apple Lisa (benannt nach Steve Jobs Tochter) vorgestellt. Die Lisa ist der erste PC mit
einer graphischen Benutzeroberfläche (GUI, Graphics User Interface) und wird für $9.995 Dollar verkauft. Diesen
Preis sind nur wenige bereit zu zahlen. Selbst Geschäftsleute überlegen bei der Lisa zweimal... Als ein Jahr
später der Mac herauskommt, läuft dieser der Lisa den Rank ab. Apple bemerkt dieses rechtzeitig und bringt fast
zeitgleich eine etwas erweiterte Lisa unter dem Namen Lisa 2 Anfang 1984 auf den Markt, die nur noch
ungefähr die Hälfte kostet.
Im Januar 1985 wird die Lisa 2 schließlich in Mac XL umbenannt und mit einer Emulation ausgestattet, die es
erlaubt das Mac OS laufen zu lassen. Ein Jahr später wird die Produktion des Mac XL eingestellt.
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Der Macintosh
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Am 22.1.84 wird der Macintosh während des dritten Viertel des Super Bowl in einem 60 Sekunden Spot vorgestellt. Der Mac ist der erste
Rechner, der ein graphisches Benutzerinterface bietet und auch noch bezahlbar ist. Er setzt den Motorola 68000
Chip ein, der später durch schnellere und verbesserte Versionen ersetzt wird. Der Mac wird in einem kleinen
beigen Gehäuse mit eingebautem s/w-Monitor ausgeliefert; Tastatur und Maus werden mitgeliefert, ebenso verfügt
er über eine 400KByte fassende 3,5" Diskettenlaufwerk. Er wird zunächst für $2495 recht gut verkauft, aber ab
Weihnachten 1984 wollen die Käufer mehr Speicher.
Anfang
1985 geraten Jobs und Sculley immer mehr aneinander. Jobs meint Sculley wisse zu wenig über die Computerindustrie; Sculley
hingegen meint, Jobs sei gefährlich und außer Kontrolle.
Schließlich konfrontiert Sculley Jobs in Nezug auf sein Verhalten und seine negativen Auswirkungen auf die Mac Entwicklung.
Aber Jobs ist alles andere als offen für Kritik und wirft Sculley ineffizientes Marketing und den unfähigen Umgang
mit den Nicht-Mac Abteilungen, wie z.B. der Apple II Division, vor.
Nur einen Monat später, April 1985, trägt Sculley den Fall dem Vorstand vor und verlangt, dass dieser Steve Jobs
die Position als Apples Vizepräsident und General Manager der Mac-Abteilung aberkennt. Sculley will Jobs nicht vollständig
loswerden, sondern gehofft, dass Jobs eine repräsentative Rolle innerhalb des Unternehmens übernehmen wird, wenn auch ohne
direkten Einfluss. In mehreren Sitzungen versucht der Vorstand Jobs von dem Vorschlag zu überzeugen, dass er sich ganz
auf die Entwicklung neuer visionärer Produkte konzentrieren soll, aber Jobs will seien Macht nicht aufgeben und
versucht seinerseits den Vorstand zu überzeugen, Sculley als Apple-Chef abzusetzen und ihm die Kontrolle zu übergeben.
Jobs überredete Sculley nach Beijing zu fliegen (der Apple II solle in Bildungseinrichtungen
eingesetzt werden und nach dem Ok des US Handelsministeriums wurde eine Zeremonie in Beijing angesetzt), imzwischen will
Jobs die Firma umorganisieren und Sculley eine angemessene Position im Marketing-Bereich geben. Jobs wirbt um Unterstützung u.a.
bei Jean-Louis Gassée, der später Be Inc. gründen wird. Jedoch leitet Gassée Jobs Ideen an Apple Chefberater
Al Eisenstat weiter, der wiederum Sculley über Jobs Pläne informiert. Als er davon erfährt, sagt Sculley seine geplante
Reise nach sofort China ab und fährt zurück ins Apple Hauptquartier.
Schließlich setzt Sculley dem Vorstand ein Ultimatum: Entweder Jobs tritt zurück oder Apple muss sich einen neuen CEO suchen.
Nach langem hin- und her entscheidet man sich für Sculley. Am 31. Mai 1985 wird Jobs offiziell nach einer heißen
Abstimmung seiner Positionen enthoben und ist nur noch einfaches Vorstandsmitglied.
Ohne echte Machtposition verkauft Jobs 85.000 Apple-Aktien und reist zunächst nach Europa und in die Sowjetunion, um bei dem
Verkaufs des Macs in Europa und des Apple II in der Sowjetunion zu helfen. Aber unzufrieden mit seiner Position, entschließt sich
im September Jobs dazu, Apple ganz verlassen und ein neues Unternehmen zu gründen. Dabei sollen ihm einige wichtige Führungskräfte
und Ingenieure helfen, die ihm von Apple folgen. Nur ein paar Tage später, übergibt Steve Jobs seinen Rücktrittsbrief an
Mike Markkula und gibt diesen auch an die Newsweek weiter.
Dear Mike,
This morning's papers carried suggestions that Apple is considering removing me as Chairman. I don't know the source of
these reports, but they are both misleading to the public and unfair to me.
You will recall that at last Thursday's board meeting I stated that I had decided to start a new venture, and tendered
my resignation as Chairman.
The board declined to accept my resignation and asked me to defer it for a week. I agreed to do so in light of the
encouragement the Board offered with regard to the proposed new venture and the indications that Apple would invest in
it. On Friday, after I told John Sculley who would be joining me, he confirmed Apple's willingness to discuss areas of
possible collaboration between Apple and my new venture.
Subsequently the Company appears to be adopting a hostile posture toward me and the new venture. Accordingly, I must insist
upon the immediate acceptance of resignation. I would hope that in any statement it feels it must issue, the Company will
make it clear the decision to resign as Chairman was mine.
I find myself both saddened and perplexed by the management's conduct in this matter which seems to me contrary to Apple's
best interests. Those interests remain a matter of deep concern to me, both because of my past association with Apple
and the substantial investment I retain in it.
I continue to hope that calmer voices within the Company may yet be heard. Some Company representatives have said
they fear I will use proprietary Apple technology in my new venture. There is no basis for any such concern. If that
concern is the real source of Apple's hostility to the venture, I can allay it.
As you know, the company's recent reorganization left me with no work to do and no access even to regular management reports.
I am but 30 and want still to contribute and achieve.
After what we have accomplished together, I would wish our parting to be both amicable and dignified.
Yours sincerely,
Steven P. Jobs
Die Meinungen zu Jobs Austritt aus dem Unternehmen sind sehr unterschiedlich. Die einen begrüßen diesen, andere sprechen
davon, dass Apple sein Herz und seine Seele verloren hat sowie seine Leitfigur.
In den kommenden 20 Jahren werden Jobs und Sculley kein Wort miteinander wechseln und auch Sculley wird schließlich
1993 abgesetzt. In Interviews bekräftigt er später immer wieder seinen Respekt vor Jobs und seine geleistete Arbeit und
das Jobs Apple zu einer der innovativsten und lukrativsten Unternehmen der Unterhaltungselektronik gemacht hat.
Mitte 1985 kommt es zu einem Rechtsstreit mit Microsoft, als Bill Gates Windows 1.0 vorstellt, das
einige Ähnlichkeiten mit dem MacOS aufweist. Gates stimmt schließlich einem Abkommen zu, daß es ihm untersagt
MacOS Technologie in Windows 1.0 zu benutzen. Das Abkommen sagt aber nichts über die weiteren Versionen von
Windows aus und Gates Rechtsanwälte machen diesen Vertrag unanfechtbar. So verliert Apple die exklusiven Rechte
an seinem GUI.
1987
wird der Mac II vorgestellt, der auch mit über 50000 Stück pro Monat sehr gut verkauft wird. Der Mac II
ist ein gut erweiterbarer Mac. Er basiert auf dem neuen 68020 und ist somit der erste "echte" 32-Bit Mac, der
auch noch Farbgraphiken in True-Color (mit Graphikkarte) erlaubt. Er wird als Standardsystem für $3898 verkauft
und für $5498 gibt es 1 MByte RAM, ein 800KByte Diskettenlaufwerk und eine 40MByte interne SCSI-HD.
1989 scheint es, daß Windows ein Flop wird und der Mac wird weiterhin gut verkauft. Aber Windows wird kein
Flop. Ab 1990 boomt der Markt für PC Nachbauten und Apple ist immer nach die einzige Firma, die Macs verkauft.
Ende Mai bringt Microsoft dann Windows 3.0 heraus, das auf jedem PC Clone weltweit läuft.
Apple hat die Idee MacOS-Lizenzen zu vergeben. Man spricht auch davon MacOS auf die Intel-Platform
anzupassen, aber es ist der neue CEO Michael Spindler der sagt, daß es zu spät dafür ist.
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Die PowerBooks
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Ende
1991 kommen die PowerBooks auf den Markt, die sofort einen großen Erfolg haben.
Den Anfang macht das PowerBook 100, das über den gleichen Prozessor verfügt, wie der alte portable Mac. Es
wird für $2500 verkauft. Im Oktober 1991 erscheint dann das PowerBook 140, das einen 68030 mit 16MHz verwendet.
In diesem ist auch ein internes Floppylaufwerk eingebaut, das beim 100er noch fehlte. Trotz der Probleme mit
dem passiven LCD Display, ist der 140 eine recht gute Maschine, die für knapp $2000 verkauft wird. Das
PowerBook 170 ist das Spitzenmodell der portablen Apple Rechner. Es ist das erste PowerBook, das über ein
Active-Matrix Display verfügt und einen Slot für ein Modem besitzt. Das PowerBook wird für $4600 verkauft.
Mit dem PowerBook 145 erscheint Mitte 1992 noch eine schnellere Ausgabe des PowerBook 140. Ende 1992 gibt es
dann abermals eine Neuerung bei den PowerBooks: Den 160 und 180. Das PBook 160 besitzt ein 640x400 Pixel
LCD-Bildschirm, das 16 Graustufen darstellen kann. Schließt man einen Monitor an, so kann es erstmals eine 8
Bit Farbauflösung von 832x624 Pixeln darstellen. Der 180 ist im Prinzip ein 160, der mit einem schnelleren
Prozessor und eingebauter FPU ausgeliefert wird. Im Juni 1993 gibt es den 180c, der nun über ein Active-Matrix
Display verfügt.
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PowerBook Duo und Duo Dock
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Mit dem PowerBook 100 hatte Apple 1991 das erste wirkliche Notebook im Programm. 1992 setzt Apple noch
eins drauf. Das PowerBook Duo 210 war noch leichter und kleiner, und sollte das kleinste Notebook
der nächsten Jahre bleiben. Im Gerät finden sich ein knapp 10" großes Display, Tastatur, Trackball, eine
Festplatte, ein Druckeranschluß, optional ein Modem und der Dock Connector. Kehrte man von seiner Reise
zurück, verschwand das Duo im Dock. Das Dock sah aus wie ein normaler Desktopcomputer, inkl. Floppy,
zusätzlicher Festplatte, reichhaltiger Schnittstellenauswahl (inkl. SCSI) und 2 Kartensteckplätzen.
Die Duos waren sehr beliebt und Apple pflegte immer wieder neue Funktionen in die kompakten Gehäusemaße ein.
Zuletzt gab es einen 100 MHz PowerPC Prozessor inkl. brilliantem TFT Bildschirm (Duo 2300c). 1997 wurden
die letzten Duos verkauft. Die Serie war bei den Anwendern so beliebt, dass die Ersatzteilherstellung bis
2002 aufrecht erhalten wurde.
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Der Newton
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Der
Newton (ein PDA) ist ein neuer Rechner, der entwickelt wird. Sculley ist sehr an diesem Gerät
interessiert, so daß er bereits im August 1993 veröffentlicht wird. Er arbeitet ganz ohne Tastatur, Daten
wurden über ein druckempfindliches Display mittels Texterkennung eingegeben. Leider ist der Newton 100 zu
langsam und hat zuwenig Speicher, als daß die Textwerkennung zufriedenstellend arbeitet. Erst spätere Newtons
(120, 130, 2000 usw.) sind so schnell, daß man sie sinnvoll einsetzten kann. Der Newton wird nicht von einem
Motorola oder Power-PC Prozessor angetrieben, sondern von dem ARM, der auch in Acorns Archimedes-Computern
eingesetzt wird. Er wird für Apple nur batteriebetriebtauglich gemacht. Trotz mehrerer Verbesserungen kann sich
der Newton nicht gegen die auftretende Konkurrenz durchsetzten.
Sculley hat immer weniger Interesse an Apple. Schließlich haben die Vorstandsmitglieder genug und im Juni 1993
setzen sie Michael Spindler in seinen Stuhl. Spindler ist aber der falsche Mann für den Job; in den
zweieinhalb Jahren übersieht er einige wichtige Entscheidungen.
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Die PowerMacs
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1994
kündigt Apple die PowerMac Familie an, die ersten Macs mit dem PowerPC Prozessor, der von Apple, IBM und
Motorola entwickelt wird. Spindler gibt MacOS Lizenzen an verschiedene Firmen, u.a. an Power Computing, ein Mac
Clone Hersteller. Apples Problem ist nicht Computer zu verkaufen, sondern diese herzustellen. Im Juni 1995 hat
Apple Bestellungen in Wert von 1 Milliarde Dollar vorliegen, aber nicht die Kapazitäten, diese Rechner zu
bauen. Ein weiteres Problem kommt Mitte 1995 mit Windows 95 auf Apple zu, das das Mac GUI schon fast eingeholt
hat.
Für Apple
beginnt im Winter 96/96 eine schwere Zeit. Apple pushed die Low-Cost Performas über die PowerMacs und
kann keinen Profit daraus ziehen. Apple verbucht einen Verlust von 68 Millionen Dollar in diesem Quartal. Im
Januar 1996 wird Gilbert Amelio neuer CEO, der bisherige Präsident von National Semiconductor. Spindler
wird nun Chef von BanDai Europa, einem riesigen japanischen Spielekonzern.
Amelio hat alle Hände voll zu tun, um Apple wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen und seine Versuche
sind lange erfolglos. In seinen ersten 100 Tagen bei Apple strukturiert er das Unternehmen neu. Apple wird in 7
Teilunternehmen gesplittet, wobei jedes für sein eigenes Produkt verantwortlich ist. Im 1.Quartal 1996 meldet
das Unternehmen einen Verlust von $740 Millionen Dollar, im 2.Quartal sind es nur noch $33 Millionen und im
3.Quartal macht Apple fast $30 Millionen Gewinn.
Dezember 1996 gibt Apple eine Nachricht bekannt, die die Industrie erschüttert: Apple will NeXT
erwerben und das Steve Jobs wieder zurückkehrt. Apple möchte NeXTstep als Basis für Rhapsody, der
nächsten Generation von MacOS, nutzen. Rhapsody soll Rechner unabhängig sein und entwickelt sich langsam. Die
Newton Abteilung wird abgestoßen und bildet ein eigenes Unternehmen die Newton Inc.
Juli 1997 verkündigt Apple den Rücktritt von Gil Amelio, nach einem Verlust von $740 Millionen im 2.Quartal.
Der Vorstand verkündigt, daß Amelio alles für Apple getan hat, was er konnte. In der Zwischenzeit übernimmt
Fred Anderson, Apples CFO, die Geschäfte und Jobs bekommt vorübergehend eine erweiterte Aufgabe. Diese
Aufgabe wird schnell klar. Ohne CEO und dem schlechtesten Aktienstand seit 5 Jahren, sind nun viele
Entscheidungen zu fällen, die von Jobs kommen sollen. Jobs beginnt damit die Absplittung des Newton wieder
aufzuheben und auf der MacWorld im August 1997 werden einige Ankündigungen gemacht.
Jobs der
vorübergehend als CEO eingesetzt ist, gibt bekannt, daß Apple eine aggressive Werbekampagne für die neuen Macs
und Rhapsody starten wird. Er gibt auch einen fast neuen Vorstand bekannt, darunter Larry Ellison CEO
von Oracle. Aber das Beste kommt am Schluß: Apple gibt ein Bündnis mit Microsoft bekannt. Im Austausch für $150
Million Appleaktien, haben Apple und Microsoft ein 5-Jahres-Patent-Abkommen und viel wichtiger,
eine Einigung über die graphische Oberfläche. Microsoft stimmt zu, eine ungenannte Summe an Apple zu zahlen,
damit Apple Microsoft nicht weiter beschuldigt, ihr geistiges Eigentum an der GUI für Windows OS geklaut zu
haben. Microsoft gibt bekannt, daß Office 98 für die Macs erhältlich sein wird.
Jobs kauft im Herbst 1997 die Lizenz (und den größten Teil der Entwicklercrew) für Mac Clones von Power
Computing auf, da diese es nicht geschafft haben, den Mac Markt zu erweitern. Apple kauft auch seine MacOS
Lizenzen von Motorola und IBM auf. Umax wird erlaubt weiterhin im Spiel zu bleiben, aber nur, wenn sie im
LowCost Markt verbleiben und Rechner unter $1000 verkaufen. Weiterhin will Apple seine Rechner direkt
vermarkten, wie es zuvor Power Computing gemacht hat.
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Die G3 Serie
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Ende 1997
werden zwei neue Maschinen angekündigt: Der PowerMac G3 und PowerBook G3. Im Januar kann Apple
dann schon einen Gewinn von $44 Millionen vermelden. Ende März bringt Apple den PowerMac G3 All-In-One heraus.
Im April kann Jobs einen Gewinn von $57 Millionen verbuchen.
Die Werbespots von Apple sind weiterhin so
spektakulär wie schon damals der Mac-Spot von 1984.
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Der iMac und das iBook
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Im Mai 1998 erscheint
der iMac, in einem völlig neuem Design. Auch beim OS kündigen sich Änderungen an. So soll MacOS X nun OS
8 und Rhapsody verschmelzen. Im Oktober 1998 erscheint OS 8.5 für $99 auf dem Markt. Kann im Juli 1998 Apple
einen Gewinn von $101 Millionen Dollar verbuchen, so sind es Ende September sogar 309 Millionen Dollar. Dieser
erste Gewinn seit drei Jahren schafft Jobs durch eine gestraffte Produktpalette, den iMac, moderne
Produktionsmethoden und eine hervorragende Inventarkontrolle.
Im Juli 1999 wird
dann das iBook vorgestellt. Ein Notebook in denselben poppigen Farben wie der iMac. Zugleich kann Apple
weitere 203 Mio. Dollar Gewinn fürs letzte Quartal (bei einem Umsatz von 1,56 Mrd. Dollar) verbuchen.
Das iBook weist einige interessante Features auf: 24x CD-ROM Laufwerk, Anschluß wür 56k-Modem und
10/100-MBit Ethernet, USB-Ports, 12,1"-TFT Display und als erster Computer überhaupt, bringt das iBook die
Voraussetzungen für drahtlose Vernetzung nach IEEE 802.11 mit. Im inneren werkelt ein moderner PowerPC mit
300MHz, der über 512Kbyte L2-Cache und 32MByte RAM verfügt.
Jobs ist zwar weiterhin nur "vorübergehender CEO", aber es bleibt zu vermuten, daß er so lange wie möglich
diese Position behalten wird.
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Die G4 Serie
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Ende 1999 ist der Nachfolger zum G3
erhältlich: Der Power Mac G4. Dieser ist in vielen Punkten wesendlich Leistungsfähiger als ein G3. Zudem
trifft man jetzt auch bei Apple die Ultra ATA/66 Schnittstelle für Festplatten und den AGP 2X Port für
Graphikkarten an.
Zwei Jahre nach dem iMac stellt Apple im Juli 2000 auf der Fachmesse "Macworld Expo" in New York einen weiteren
Design-Computer vor, den PowerMac G4 Cube. Nachdem er bereits vier neue iMac-Modelle gezeigt hatte,
überrascht Jobs die Branche mit einem: "Einen habe ich noch!" und läßt den Mac auf die Bühne bringen. Im
PowerMac G4 Cube werkelt ein PowerPC G4 Chip mit 450 MHz und sorgt für eine Rechenleistung von über drei
Gigaflops. Der PowerMac G4 Cube kostet in den USA stolze $1799, zusätzlich muß aber noch ein Monitor erworben
werden.
Allerdings werden 2000 nicht so viele Geräte verkauft, wie Apple sich erhofft hatte. Zum einen dürfte dieses
am hohen Preis liegen, zum anderen aber auch daran, daß Apple DVD-ROM Laufwerke anstelle eines CD-RW Brenners
in die Geräte einbaut. Januar 2001 korrigiert Apple diesen Fehler und kündigt eine neue Produklinie von
PowerMacs an, die nun wahlweise mit einem CD-RW oder DVD-Brenner (von Apple auch Superdrive genannt)
ausgestattet sind. Hiermit hofft Apple nun auch wieder mehr Consumer zu erreichen, die zu Hause Videos auf DVD
aufnehmen möchten oder ihre Musiksammlung als MP3s archivieren möchten. Ein weiteres Zeichen für diese neue
Strategie ist, daß einige Apple Stores ab Mai 2001 nun auch digitale Videokameras und Fotoapparate, sowie
MP3-Player verkaufen. Allerdings sinken die Verkaufszahlen immer weiter, da der PowerPC mit nur 500 MHz Takt weit hinter
den schnelleren Intel-Chips liegt.
Mitte 2001 kündigt
Apple eine generalüberholte iBook Produktlinie an: Die iBooks sollen nun kleiner und leichter sein als
bisher. Auch der iMac und der G4, sowie der schon eigentlich totgesagte G4 Cube, werden überholt. Und auch im
Herbst gibt es schon wieder neue Revisionen des PowerBook G4 und des iBooks.
Am 9. Januar 2001 auf der Macworld kündigt Steve Jobs auf der Bühne des Moscone-Zentrums in San Francisco an, das
lang erwartete Mac OS X am 24. März auf den Markt zu bringen. Dieses Betriebssystem löst nach 17 Jahren das klassische Mac OS
ab. Technologisch ist es ein Quantensprung in der Geschichte von Apple und erfordert enorme Anstrengungen, müssen doch
Software und Hardware-Hersteller ihre Anwendungen komplett neu erfinden. Für den Übergang bietet Mac OS X einen
Kompatibilitätmodus (Blue Box) an, mit dem alte Software in einer "Classic-Umgebung" gestartet werden kann. Neue Anwendungen
profitieren durch das neue Cocoa-Framework. Die Classic-Umgebung ist aber nur eine Notlösung, weshalb Apple eine weitere
Möglichkeit anbíetet: Carbon. Dieses Framework stellt im wesendlichen die alten Programmierschnittstellen von Mac OS 9
zur Verfügung, erlaubt aber, dass Programme nativ unter Mac OS X ausgeführt werden.
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iPod, iPhone und iPad
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Mit dem iPod bringt Apple im Oktober 2001 zum erstenmal seit Jahren nicht etwa einen Computer auf den
Markt, sondern einen sehr kompakten MP3-Player, der mit einer Festplatte ausgestattet ist und so hunderte von
Stunden an Musik speichern
kann. Allerdings kostet der kleine iPod auch knapp unter DM 1000,-.
Mitte 2002 gibt es auch den eMac zu kaufen. Ursprünglich als Rechner für Schulen, Schüler und Studenten gedacht
(und im April noch so angekündigt), veranlaßt die starke Nachfrage nach diesem Gerät Apple dazu, diesen Mac auf
dem freien Markt anzubieten. Mit seinem 17" Monitor sieht der eMac auch wesendlich erwachsener aus, als sein
kleiner Bruder der iMac.
Nachdem mehrere Werbekampagnen nicht den erwünschten Erfolg bei Windows-Anwendern brachten, um diese zum Mac zu bekehren,
nimmt Apple 2005 mit dem Mac mini einen neuen Anlauf. Dieser ist nicht nur für ein Apple Produkt ausgesprochen günstig,
er ist auch von Design her sehr schick. Allerdings wird auch er nicht angenommen, denn auch der Mac mini besitzt wieder einen
PowerPC Prozessor.
Im Mai 2005 gibt es dann eine Schlagzeile im Wall Street Journal, dass Apple plant von der bisher
für den Mac eingesetzten PowerPC Architektur auf die Intel Architektur zu wechseln. Am 6. Juni 2005 gibt Apple bekannt ab
2006 alle Macs auf Intel-Prozessoren umzurüsten. Bereits im MacBook Pro, dem Nachfolger des PowerBook, und dem iMac
verrichten bereits nach nur einem halben Jahr nach der Ankündigung Intel Core Duos ihren Dienst. Im Laufe des Jahres 2006
sind immer mehr Programme als Universal-Binary erhältlich, d.h. sie können auf beiden Prozessor-Architekturen betrieben
werden. Auch Windows lässt sich nun durch Boot Camp auf einem Mac starten. Durch den Wechsel auf Intel-Prozessoren
gelingt es Apple den Marktanteil der Macs innerhalb von drei Jahren zu verdoppeln, auf 10 Mio. verkaufte Macs in 2008.
Während das Geschäft mit Macs nicht so richtig laufen will, verdient Apple Milliarden US$ mit dem iPod und dem damit
verbundenen iTunes. Im iTunes Store können Musikliebhaber ab April 2003 Musik für nur 99 US Cent kaufen, ein Album
kostet US$ 9,99. Schon die Ankündigung schlug hohe Wellen in der Musikindustrie, kam dieses Konzepz doch in einer Zeit, in der
die Musikindustrie mit sinkenden Umsatzzahlen zu kämpfen hat. Doch iTunes wird ein Erfolg, nicht nur für Apple, das an den Umsätzen
zu einem Drittel mitverdient, sondern auch für die gesamte Industrie. Schon fünf Tage nach Eröffnung des Shops, hat Apple
eine Million Stücke verkauft. Sind anfangs auch nur die fünf größten Musiklabels vertreten, baut Apple den Shop immer mehr aus und
schließlich sind auch Hörbücher, Filme, und TV-Serien im Angebot. Im Sommer 2004 überschreiten die Verkaufzahlen die 100 Mio.
Musiktitel und 2009 werden 10 Mio. Titel pro Tag verkauft.
Durch diese Erfolge des iPod und iTunes ist es nicht verwunderlich, dass Apple am 9. Januar 2007 ankündigt mit dem iPhone
auch in das Mobilfunkgeschäft einzusteigen. Bevor es aber soweit sein konnte, versuchte Jobs zunächst zusammen mit
Motorola ein iTunes fähiges Mobiltelefon
auf den Markt zu bringen, das Motorola ROKR, welches im September 2005 vorgestellt wird. Jobs zeigte deutlich, dass er von dem
ROKR nicht gerade begeistert war, mit seinen eingeschränkten Möglichkeiten Musik abzuspielen und langweiligen Design.
Steve will einen echten Ersatz für das iPod und trifft sich mit Stan Sigman dem Mobilfunk-Chef des Netzbetreibers Cingular.
Nach langen Verhandlungen kommen Cingular und Apple im Frühjahr 2006 ins Geschäft. Inzwischen sind auch schon die Weichen
für das iPhone gestellt. Sollte zunächst noch Linux eingesetzt werden, entscheidet sich Apple schließlich für eine
abgespeckte Version von OS X.
Auf der Macworld im Januar 2007 wird das Gerät schließlich vorgestellt. Aber der Prototyp ist eine Katastrophe, funktionieren
doch selbst einfachste Funktionen nicht. In nur drei Monaten schafft es aber Apple aus dem Prototypen ein funktionierendes
Produkt zu erstellen. Am 29. Juni ist dann endlich der Verkaufsstart des iPhone in den USA, zunächst als Exklusivgerät bei
AT&T Wireless (nach der Umbenennung von Cingular im Januar 2007).
Und auch das iPhone demonstriert wieder den Perfektionismus mit dem Steve Jobs neue Produkte auf den Markt bringt.
Rund 200 Ingenieure arbeiten zwei Jahre lang unter strengster Geheimhaltung an dem Telefon. Als es erscheint,
verkauft Apple schon am ersten Wochenende über eine halbe Million Geräte.
Nach und nach wird das iPhone verbessert. Im Sommer 2008 gibt es mit dem iPhone 2 doppelt soviel Speicher und
3G-Unterstützung. Ein App-Store erlaubt es leicht weitere Anwendungen zu installieren und knapp ein Jahr nach Eröffnung bietet dieser
weit über 60.000 Applikationen zur Auswahl an.
Ein weiterer Meilenstein ist das iPad, das am 27. Januar 2010 im Novellus Theater des Yerba Buena Center for
the Arts in San Francisco vorgestellt wird. Dieses Gerät gibt den Startschuss zu einer neuen Gerätegattung, den Tablets.
Wird es anfangs aufgrund der wenigen Schnittstellen, von vielen noch belächelt und vorausgesagt, dass es bestimmt nur
wenige Käufer finden wird, zeigt sich nach der Markteinführung im März 2010, dass Apple wieder einmal richtig lag: Schon
nach nur einem Monat sind über 1 Million Geräte verkauft. Als Apple im darauffolgenden Jahr am 2. März 2011 das iPad 2
vorstellt, sind im App-Store bereits 350.000 iOS Applikationen gelistet, darunter über 65.000 speziell für das iPad.
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Steve Jobs Erkrankung und Tod
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2004 wird bekannt, dass Steve Jobs an einer seltenen Form des Bauchspeicheldrüsenkrebs, dem Inselzell-Tumor,
erkrankt ist, die aber nicht wie üblich in den meisten Fällen nach nur einem halben Jahr zum Tode führt,
sondern, wenn auch in Grenzen, behandelbar ist. Inzwischen wird er von seinem COO Tim Cook bei Apple vertreten.
Im August 2008 wird versehentlich ein Nachruf schon vom Nachrichtendienst Bloomberg veröffentlicht,
der aber schnellstens wieder gelöscht wird. In den kommenden Jahren zieht sich Jobs immer weiter aus dem Tagesgeschäft zurück und
nimmt mehrere krankheitsbedingte Auszeiten, die sich auch immer wieder auf den Apple Kurs auswirken.
Juni 2009 wird bekannt, dass Jobs sich einer weiteren Operation unterziehen musste. Im Methodist University Hospital in
Memphis (Tennessee) erhielt er eine neue Leber, vermutlich aufgrund von Lebermetastasen. Am 9. September 2009 steht Jobs
aber schon wieder auf der Bühne des YBCA Theater in San Francisco zur Apple Präsentation.
Tim Cook übernimmt im Januar 2011 das Tagesgeschäft von Apple, wobei Steve Jobs vorerst aber CEO bleibt. Im September 2011
tritt Steve Jobs als CEO zurück und gibt bekannt, dass ab sofort Tim Cook ab sofort Apple führen wird. Nur wenige Wochen
später, am 5. Oktober 2011 erliegt Steve Jobs seiner schweren Erkrankung. Apples Website zeigt an diesem Tag Steve Jobs
Portrait mit folgenden kurzen Nachruf: "Steve Jobs. 1955-2011. Apple has lost a visionary and creative genius, and the world
has lost an amazing human being. Those of us who have been fortunate to know and work Steve have lost a dear friend and an
inspiring mentor. Steve leaves behind a company that only he could have built, and his spirit will be the foundation of Apple.
- If you would like to share your thoughts, memories, and condolences, please email rememberingsteve@apple.com" (apple.com)
"Steve Jobs. 1955-2011. Apple hat ein visionäres und kreatives Genie verloren. Und
die Welt einen außergewöhnlichen Menschen. Wer das Glück hatte, Steve kennenzulernen und mit
ihm zu arbeiten, haben einen Freund und inspirierenden Mentor verloren. Steve hinterlässt ein Unternehmen, das nur er
so aufbauen konnte, und sein Geist wird Apple für immer prägen. - Gedanken, Erinnerungen und Beileidsbekundungen können
über rememberingsteve@apple.com geteilt werden." (apple.de)
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Danksagungen
Vielen Dank an Matthias Breiter für seine Ergänzungen zum PowerBook Duo.
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