Copyright-Hinweise / Copyright-Notice
 

Cray Computer - Supercomputer






Seymour Cray

Saymour Cray Seymour Cray wird am 28.9.1925 in Chippewa Falls, Wisconsin, geboren. Er besucht dort die Schule und interessiert sich sehr für Elektrik. Nach seinem Abschluß an der High School 1943, geht Cray zur Armee und anschließend beginnt er sein Studium an der Universität von Minnesota.

Cray hat zwar schon im College mit Elektronik zu tun gehabt, aber er kommt erst 1951 nach seinem Abschluß an der Universität von Minnesota mit Digitalrechnern in Berührung. Cray geht zu Engineering Research Associates (ERA), die Kryptographiearbeiten für die Navy erledigen und erste Digitalrechner herstellen. Dort trifft er auch auf John von Neumann, den Mathematiker, den man als Vater der heutigen Rechner ansieht. Die nächsten Jahre verbrigt Cray bei ERA und beginnt als Einzelkämpfer mit der Entwicklung eines eigenen Rechners. In dieser Zeit wird auch deutlich, wie ungeduldig Cray ist. Nachdem ERA von Remington Rand aufgekauft wird und zu Sperry Rand (nun Sperry Corp) verschmilzt, entschließt sich Cray zusammen mit Mullaney und William C. Norris, dem Gründer von ERA, eine neue Firma zu gründen: Control Data Corporation (CDC).

Der erste Transistorrechner: CDC 1604

CDC 1604 Dort kann Cray seiner Vorstellung nach einem neuen Supercomputer nachgehen. Er entwirft bis ca. 1960 den CDC 1604 den ersten vollwertigen Rechner mit Transistoren. Der CDC 1604 basiert auf Germanium-Transistoren und läuft mit einer Frequenz von 0,2 MHz. Auf dem Computermarkt konkurriert dieser Rechner mit der viel mächtigeren IBM. 1962 stellt CDC den 160A vor, der auf dem CDC 1604 basiert und für knapp $500.000 Dollar verkauft wird.

CDC 6600 Aber auch bei Control Data ist Cray unzufrieden mit dem Management und so überredet er Norris, ihm ein eigenes Labor 150km von Minneapolis in der Nähe von Chippewa Falls einzurichten. Dort entwickelt Crays 34-köpfiges Team den CDC 6600, der im August 1963 vorgestellt wird und über 3 Millionen Befehle pro Sekunde bei einem Takt von 10MHz ausführen kann (sehr viel schneller als der bisherige Marktführer IBM mit seiner 7094). Der 6600 setzt Silizium-Transistoren ein und wird mit Freon gekühlt. Sein Kernspeicher von 4 MByte ist geradezu gigantisch (verglichen mit dem 1/4 KByte des 12 Jahre jüngeren MITS Altair von 1975). Dem CDC 6600 folgt 1969 der noch viel schnellere CDC 7600 mit über 35 MHz. 1972 stellt Norris Crays nächstes Projekt, den 8600, ein, der bereits vier Prozessoren beinhalten sollte (mit einer Frequenz von ca. 120 MHz).

Cray Research: Cray 1, 2 und 3

Cray 1 Cray verläßt Control Data und gründet 1972 Cray Research. Vier Jahre später bricht Cray mit dem Cray 1 wieder alle Rekorde; sie ist doppelt so schnell wie ein CDC 7600 und leistet max. 160 MFLOPs mit nur einem Vektorprozessor. Es wird die sehr schnelle ECL-Logic verwendet. Die erste Cray 1 wird 1976 an die Los Alamos National Laboratory für 8,8 Millionen Dollar verkauft; insgesamt werden bis 1979 17 Cray-1 gebaut.

Sein nächster Rechner die Cray 2 benutzt zunächst Gallium-Arsenid, ein nicht ganz ungiftiges und unproblematisches Material, so kehrt Cray schließlich wieder zum Silizium zurück und stellt den Rechner 1985 fertig. Leider etwas zu spät. So wird Steve S. Chen, ein junger Entwickler, beauftragt, eine schnellere Ausgabe der Cray 1 zu entwerfen. Die Cray X-MP wird besser als erwartet und rettet die Firma. Die X-MP ist auch der erste Multiprozessor-Computer von Cray und leistet 235 MFLOPs pro Prozessor (1, 2 oder 4).

Schon kurz nach der Fertigstellung der Cray 2 (488 MFLOPs pro Prozessor) beginnt er mit der Arbeit an der Cray 3, wieder darauf aus, die schnelleren Gallium-Arsenid Chips zu verwenden. Bis 1989 werden für das Projekt über $120 Millionen Dollar ausgegeben. Das Projekt wird aber schließlich, da zu teuer, aufgegeben. Die Cray 3 ist aber schon in der Lage, mit einem Takt über 500 MHz zuverlässig zu arbeiten.

Cray Computer Corp: Cray 4

Cray 4 Cray C90 Zwischen Cray und Chen kommt es zu Rivalitäten, so daß sich das Management zwischen einen von beiden entscheiden muß. Cray verläßt Cray Research 1989 und gründet die Cray Computer Corp in Colorado Springs.

1991 erscheint Crays C90, ein Rechner mit einer Rechenleistung von über 16 GFLOPs.

1992 wird Cray Opfer der immer schnelleren Mikroprozessoren. Cray beginnt mit der Entwicklung der Cray 4, einem Rechner der 64 Prozessoren benutzt und Gallium-Arsenid Chips einsetzt, die Frequenzen von über 1 GHz erlauben. Dieser wird nie fertiggestellt, im März 1995 meldet Cray Computer den Bankrott an.

SRC Computer: Cray 5

Mitte 1995 gründet Cray eine neue Firma mit Namen SRC Computer, wo er Cray 5 entwickeln will. Dieser wird aber von ihm nicht mehr fertiggestellt: Am 5.10.1996 stirbt Seymour Cray an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

Seymour Cray war mit seinem Rechnerdesign immer einen Schritt voraus. Seine Rechner waren immer etwas besonderes: Schnell und ungewöhlich im Design. Seymour Cray ist immer humorvoll geblieben, so ist u.a. folgendes bekannt: Als er erfuhr, daß Apple Computer einen Cray Computer gekauft hatte, um ihren nächsten Apple Computer zu entwerfen, sagte er: "Komisch, ich brauche einen Apple, um die Cray-3 zu entwerfen."



Quelle: Input Ausgabe 9 (11/97), ETH Zürich, u.a.