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Level 4: Zwei Superstars
Videospiele sind fast überall und die Spieler sind es leid, anonyme Piloten gegen Aliens zu befehligen. Zwei
japanische Spieledesigner geben den Videospielen ein neues Gesicht.
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The Dot Eaters / Die Punktefresser
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1977 wird Toru Iwatani Spieleentwickler bei Namco, um dort eigentlich Pinball Spiele zu entwickeln.
Fasziniert von Videospielen, entwickelt Iwatani drei interessante Video Pinball Spiele, die eine Brücke zu den Videospielen
schlagen: Gee Bee (1978), Bomb Bee (1979) und Cutie Q (1979).
1980 ist Iwatani die üblichen Ballerspiele leid. Er möchte
ein Videospiel entwickeln, das mehr an ein Comic erinnert, als an ein Videospiel und sowohl Frauen, als auch
Männer gleichermaßen anspricht. Sein ursprünglicher Entwurf ist eine animierte Pizza mit einer fehlenden Ecke
als Mund, die sich durch ein Labyrinth bewegt und alles, was ihr in den Weg kommt frisst. Aufgrund der simplen
graphischen Fähigkeiten in dieser Zeit, wird die Pizza von dem Programmiererteam, geführt von Hideyuki Mokajima,
nur als solider gelber Kreis dargestellt. Die fehlende
Ecke als Mund bleibt aber erhalten und die Figur wird Pucman getauft. Der Name kommt von der japanischen
Phrase "pakupaku", die soviel bedeutet, wie "Hamm... Hamm...".
Nach einer besonderen Titelmusik, muß der Spieler Puckman durch ein
einfaches Labyrinth steuern und Punkte fressen, während die vier Geister Blinky, Pinky,
Inky und Clyde (jeder mit einer anderen Verfolgungstaktik) ihn verfolgen. Schaffen sie es Puckman
zu berühren, ist ein Leben ausgehaucht. In jeder Ecke des Spielfeldes gibt es einen großen Punkt, der, wenn er
gefressen wird, die Geister für eine bestimmte Zeit blau färbt und Puckman erlaubt diese nun ebenfalls zu
fressen. Dabei bleiben nur die Augen der Geister übrig, die langsam wieder in den Käfig in der Bildschirmmitte
zurück fliegen und einen neuen Geist erzeugen. Während des Spiels erscheint unterhalb des Geisterkäfigs immer
wieder ein besonderes Symbol, eine Frucht, eine Glocke, oder irgendetwas anderes, das ebenfalls gefressen
werden kann und Extrapunkte gibt.
Das Spiel ist sehr einfach; mit einem einfachen 4-Wege-Joystick wird Pac Man durch das Labyrinth gesteuert,
aber mit jeder Stufe werden die Geister schneller und die Zeit, die Pac-Man nach dem Fressen einer großen
Pille, unverwundbar bleibt, wird immer kürzer. Das Spiel ist mit einem jaulenden Sound hinterlegt, der immer
schneller wird, je länger man das Spiel spielt.
 Das Spiel ist in Japan ein absoluter Hit und
verursacht wie zuvor Space Invaders eine Münzknappheit als zehntausende von Automaten von Puckman aufgestellt
werden. Da Bally/Midway ein Abkommen mit Namco haben, haben sie die Option als erste das Spiel in den
USA einzuführen, aber der neu gewählte Präsident Robert Mullane versucht das Angebot plötzlich
abzulehnen, unbeeindruckt aufgrund des einfachen und albernen Spielprinzips. Er wird schließlich vom Vorstand dazu gezwungen das
Lizensabkommen für Nord-Amerika zu akzeptieren.
Nachdem der Name in Pac
Man geändert wurde, damit
Vandalen das "P" nicht durch ein "F" ersetzen können, veröffentlicht Bally/Midway das Spiel in Nord-Amerika. Trotz
Mullanes ablehnender Haltung, wird Pac-Man das bekannteste Videospiel aller Zeiten und bricht mit 100.000
verkauften Einheiten (zusammen mit unzähligen Clones) alleine in Amerika den bisherigen Rekord von 70.000
Asteroids, der von Atari aufgestellt wurde. Es ist auch das erste Videospiel, das eine Flut von Fanartikeln mit
sich zieht: T-Shirts, Jacken, Sweater, Kaffeetassen, Stofftiere, Bettlaken, Frühstücksflocken, Brettspiele,
Bücher, Handtücher... alle mit Pac-Man Aufdruck. Das Videospiel geht so in die Geschichte ein, daß es sowohl
auf dem Cover des Time-Magazins, als auch auf dem des MAD-Magazins erscheint.
Buckner & Garcia, ein obskures Duo aus Sänger
und Songwriter, veröffentlicht 1981 Pac-Man Fever 1981, und der Titelsong bekommt Gold und wird Platz 9
in der Hitparade, das Album belegt Platz 46 in diesem Jahr. Andere Songs aus dem Album sind Do the Donkey
Kong und Froggy's Lament. Es wird 1982 auch eine halbstündige Hanna-Barbera (die Schöpfer von
The Flintstones, The Jetsons usw.) Samstags-Morgen-Show mit Namen The Pac-Man Show von ABC produziert.
Die Show läuft ein Jahr mit dem Darsteller Marty Ingles der die Stimme von Pac ist und von seiner Frau, Kindern
und den Haustieren vollständig gezähmt wird. Er kämpft gegen Mezmaron, der alle Kraftpillen in Pac-Land klauen
will.
1983 erscheint eine neue Serie mit Namen The Pac-Man/Rubix, the Amazing Cube Hour. Nun muß unser
gelber Star die Stunde mit einem animierten Rubik's Cube (auch eine Sensation in den 80ern)
teilen. The Rubik Folgen werden produziert von Ruby-Spears.
Dem Orininal folgen zehn Fortsetzungen, angefangen mit Ms. Pac-Man , veröffentlicht 1982. Das Spiel wird
in Amerika von Midway entwickelt und ist zweifellos ein Versuch auch Frauen für Videospiele zu ködern. Anstelle
nur eines Labyrinths, hat Pac-Mans weibliches Gegenstück (mit einer roten Schleife und Lippenstift) vier
verschiedene. Die Goodies liegen auch wahllos umher und nicht nur unterhalb des Geisterkäfigs. Ms. Pac-Man wird
mit 115.000 Automaten Amerikas größter Erfolg und auch heute findet man noch vereinzelt einige Maschinen in
Spielhallen.
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Die weiteren Fortsetzungen sind
- Pac-Man Plus (1982),
- Super Pac-Man (1982),
- Baby Pac-Man (1982),
- Jr. Pac-Man (1983),
- Professor Pac-Man (1983),
- Pac & Pal (1983),
- Pac-Land (1984),
- Pac-Mania (1986),
- Pac-Attack (1993),
- Pac-Man VR (1996)
Pac-Man VR ist ein 3D Pac-Man Spiel produziert von Virtuality Ltd., das nur in wenigen Spielhallen
veröffentlicht wird.
Die Konsolen- und Computerumsetzungen sind so zahlreich, daß man sie nicht
aufzählen kann. Den größten Erfolg davon hat wahrscheinlich Ataris Lizens für den Atari 2600 im Jahre 1982.
Zwar bricht das Spiel Weihnachten 1982 alle Verkaufsrekorde, aber die Kritiken bezeichnen es als kreatives
Disaster. Aufgrund des steigenden Interesse an klassischen Automatenpielen und der belagerten Emulations-Szene,
kehrt der gelbe Held in einem 3D Remake Pac-Man 3D von Namco wieder auf die Bildschirme zurück. Das
3D-Spiel, mit einem gerenderten Original-Labyrinth, wird für die Sony Playstation im Februar 1999
erscheinen.
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Bilder:
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Ruft den Klempner
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1889 ist ein wichtiges Jahr für die Videospiele. Ja, richtig: 1889!
In diesem Jahr gründet Fusajiro Yamauchi die Firma Nintendo Koppai in Kyoto, Japan. Nintendo bedeutet
grob übersetzt ungefähr "Arbeite hart, aber am Ende liegt es in Gottes Hand".
Die Firma stellt handgemachte Hanafunda Spielkarten her, die aus der Rinde des Maulbeerbaums gemacht werden. Auf den Karten sind unzählige Symbole und Hanafunda Karten sind ein
populärer Zeitvertreib in Japan. Yamauchis Karten werden auch von der Yakuza, der japanischen Mafia, für ihre
Glücksspiele benutzt und ihre Vorliebe für immer frische Karten pro Spiel, hält die Nachfrage hoch.
Nachdem das Unternehmen 1907 expandiert und nun auch westliche Kartenspiele herstellt, wird es der größte
Spielkartenhersteller in Japan. 1933 werden sie zu Yamauchi Nintendo & Company und 1951 zu
Nintendo Playing Cards. Den richtigen Durchbruch schaffen sie aber erst 1959, als sie einen Vertrag mit
Walt Disney Co. abschließen, um Spielkarten mit Disney-Figuren zu produzieren. Sie verkaufen davon über
600.000 Päckchen in diesem Jahr. Einen weiteren Namenswechsel in Nintendo Co. Ltd. gibt es 1963, als das
Unternehmen auch anfängt Spiele zu produzieren; darunter Spiele, die eine Lichtpistole verwenden, Spielzeug
Roboterarme und sogar Liebestestgeräte. Nachdem ein Laser-Schießspiel, das in leeren Bowlinghallen aufgestellt
wurde, einen großen Erfolg hat, nimmt Nintendos Präsident Hiroshi Yamauchi Kenntnis von dem wachsenden
Automaten- und Heimcomputer-Spielemarkt, wie PONG und Magnavoxs Odyssey, die in den USA verkauft wird.
Nachdem sie einen Handel mit Magnavox abschließen, die Odyssey in Japan zu vertreiben, beginnt
Nintendo damit zusammen mit Mitsubishi Electrics ein eigenes System zu entwickeln. 1977 erscheint
Nintendos erstes Heimvideospiel, ein PONG-Clone mit sechs eingebauten Spielen, das unter dem Namen The Color
TV Game 6 vertrieben wird. Es wird über 1 Million mal in Japan verkauft. In diesem Jahr tritt auch
Shigeru Miyamoto dem Unternehmen bei, der einen Uni-Abschluß in Industriedesign hat und bei Nintendo an
dem Gehäusedesign der Konsolen und einigen Spielgraphiken arbeitet.
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Während Nintendo
sehr fortgeschrittene TV-Videospielsysteme entwickelt und auch eine lukrative Reihe tragbarer LCD Spiele
unter dem Namen Game & Watch herausbringt, betreten sie die Videospielarena mit so uninteressanten Titeln wie Othello, Helifire und Sheriff.
1981 erscheint Radarscope , ein weiterer Clone von Taitos
Galaxian; zwar ganz nett, aber nur ein Abkömmling eines neuen Genre.
Shigeru Miyamoto entwickelt zwar die Graphiken von Radarscope, ist aber an diesem Projekt nicht
sonderlich interessiert. Er ist viel mehr an einer eigenenen Idee für ein Automatenspiel interessiert, das auf
dem Film King-Kong basiert. Er zeichnet zunächst einen rundlichen Klempner mit einer großen knolligen Nase und
buschigem Schnurrbart. Das Spiel wird um den Charakter Donkey Kong (frei Übersetzt: Dummer Affe)
entworfen. Shigerus Jumpman muß durch drei verschiedene
Bildschirme laufen und dabei halbfertige Metallgerüste erklimmen und über verschiedene Hindernisse, wie Fässer,
Flammen und Löcher springen und versuchen seine Freundin Pauline aus der Gewalt des Gorillas Kong zu befreien.
Die Hardware wird von dem berühmten Nintendo-Spieleentwickler Gumpei Yokoi entworfen, der zusammen Miyamoto
arbeitet und auch schon für die erfolgreichen Game & Watch Spiele verantwortlich war.
In einem Markt, der von Raumschiff-Ballerspielen
beherrscht wird, bekommt Donkey Kong nur einen kühlen Empfang von den Verantwortlichen bei Nintendo. Aber
Shigeru besteht darauf das Projekt weiterzuführen und da er dieselbe Hardware verwendet, wie das schlecht zu
verkaufende Radarscope, kann es als billiger Konvertierungsbausatz für die 20.000 (oder ein paar mehr) Geräte
dienen, die Nintendo bereits gebaut hat.
Donkey Kong wird das am meist verkaufte Spiel 1981, mit über 65.000 Einheiten alleine in Nord-Amerika und
stiehlt selbst Pac-Man die Show. Nintendo of America, Nintendos US Ableger, gibt 1980 Jumpman seinen neuen
Spitznamen. Der Name Mario stammt von dem Mann, der Lagerplatz an die Firma in Seattle vermietet. Donkey
Kong, mit Mario, ist der zweite große Merchandising-Hit, der auf jedem erdenklichen Produkt wiedergefunden
werden kann.
 Es gibt zwei direkte Nachfolger. Es
geht 1982 los mit Donkey Kong Jr.. Das Spiel tauscht die Rollen der Hauptpersonen; diesmal ist Mario der
Bösewicht, der den Affen Kong in einem Käfig gefangen hällt und darauf hofft von dem jungen Junior Kong befreit
zu werden.
1983 erscheint das schreckliche Donkey Kong 3. Hier muß der Kammerjäger Stanley seine Pflanzen vor
dem randalierenden Kong, diesmal wieder der Bösewicht zusammen mit einigen Bienen, beschützen. Später erscheint
Mario, zusammen mit seinem Bruder Luigi (der Name stammte von dem Besitzer einer Pizzeria nahe der
"Nintendo of America" Hauptgeschäftsstelle), in dem 1983 erscheinenden Mario Bros.. Das Spiel
unterstützt zwei simultane Spieler, wobei diese entweder miteinander oder gegeneinander spielen können, um
Marios neuen Job zu erledigen: Ein Klempner, der versuchen muß das Ungetier, das aus der Kanalisation kriecht,
zu meiden.
1985 folgt Super Mario Bros., ein Side-Scroller, der knapp ein Jahr nach Pac-Land erscheint. Zusammen
mit diesem Spiel erscheinen einige tragbare Spiele, Konsolenumsetzungen und Fortsetzungen, wobei einige die
Verkäufe der ColecoVision und Nintendos NES vorantreiben. Mario, Donkey Kong und Donkey Kong Jr.
erleben ihr TV-Debüt in der Saturday Supercade von CBS, die über zwei Jahre von 1983 bis 1985 läuft,
zusammen mit Zuschauern aus anderen Videospielen, wie z.B. Pitfall Harry, Frogger
(Atari 5200) und Q*Bert.
1989 bekommen Mario und Luigi ihre eigene Show, die
The Super Mario Bros. Super Show!, eine Zeichentrickserie mit Segmenten aus echten Schauspielern (der
WWF Wrestler "Captain" Lou Albano stellt Amerikas bekanntesten Klempner dar). 52 Folgen werden
produziert, wobei Mario und Luigi andauernd Prinzessin Toadstool vor King Koopa und seinen Koopa Soldaten
retten müssen. 1993 denkt Warner Brothers, daß sie mit einem Actionfilm Super Mario Bros. auf der
sicheren Seite sind, mit Bob Hoskins als Mario, John Leguizamo als Luigi und Dennis Hopper
als King Koopa. Trotz des immensen Bugets und der wilden Kulisse, ist der Film ein gigantischer Flop und
verschwindet schnell nach der Premiere wieder im Abfluß. Marios Schöpfer Shigeru Miyamoto ist die
Schlüsselfigur für Nintendos Erfolg in den 80er und 90er Jahren. Mit seiner Beteiligung an jedem Mario Spiel,
wird jedes Spiel noch erfolgreicher als der Vorgänger. Zusammen mit seiner sehr populären Serie Zelda
ist es fraglich, ob Nintendo ohne ihn genauso erfolgreich gewesen wäre.
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Bilder:
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Danksagungen
Einige Bilder und Informationen stammten aus folgenden Quellen, ohne bestimmte Reihenfolge:
Wikipedia (photo by Vonguard)
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