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Level 2: Duell der Pixelkästen
Das Atari VCS wird vorgestellt und während seine Beliebtheit steigt, entscheiden andere Firmen an diesem Erfolg
teilzunehmen. Unglücklicherweise können auch nicht noch so viele Ausrufezeichen im Spieletitel die drohende
Katastrophe aufhalten.
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Die Odyssey geht weiter
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Obwohl sie mit der Odyssey die Pioniere der Videospielkonsolen sind, macht
Magnavox, die 1974 vom niederländischen HighTech-Unternehmen Philips aufgekauft werden, mit der orginal Odyssey ein schlechtes Geschäft
seit dem Beginn der programmierbaren Systeme wie Channel F und VCS.
Ihre Antwort lautet 1978 für knapp US$200 Odyssey2 (O2), die 24 eingebaute Spiele verfügt. Die O2
wird als programmierbares System entworfen. In ihr werkelt eine Intel 4-bit 8048 CPU mit 1,78 MHz und wird
als "Das ultimative Videospiel-System" beworben,
hauptsächlich wegen seiner innovativen, aber letztendlich unbrauchbaren, alphanumerischen Folientastatur mit
49 Tasten. Diese Tastatur ist es aber, die Atari letztendlich dazu bringt auch für sein VCS eine Tastatur
anzubieten.
Es zieht auch in anderen, wichtigeren Kategorien den kürzeren; die O2 hat eine niedrigere Graphikauflösung
als das VCS und nur einen Audiokanal, das VCS hat zwei. Ein anderes Problem sind die fest eingebauten
Joysticks; leiern diese aus, oder brechen diese (und das passiert ziemlich oft), hat man keine andere Wahl, als
das gesamte System zum Händler zurückzubringen. Später erscheint eine überarbeitete O2 mit Joystickports. Die
Marketingstrategie läßt auch ein paar Wünsche offen. Die Distribution ist auf Magnavox-Händler beschränkt, was
das Verkaufspotential stark einschränkt.
Der Mutterkonzern Philips steht nie richtig hinter der Maschine und versucht bei jeder Gelegenheit die Videospielabteilung zu schließen. Das System hat in
Europa mehr Glück, wo Philips es als Videopac G7000 vermarktet. Es werden sogar noch zwei weitere
Videopac-Modelle für den europäischen Markt produziert, das G7200 mit eingebautem Monitor und das G7400, das
von der Austattung mit der Odyssey 3 (siehe unten) übereinstimmt.
Es werden über 50 Spiele von Magnavox hergestellt, zwei weitere Cartridges von Imagic und vier
Automaten-Umsetzungen von Parker Brothers. Verblüffenderweise werden fast alle Magnavox-Spiele von einem
einzigen Mann geschrieben: Ed Averett. Er überzeugt seinen Arbeitgeber Intel davon, daß programmierbare
Heimvideospiele ein guter Weg sind, die eigenen Chips zu verkaufen, und wechselt sechs Monate nach Produktionsstart zu
Magnavox und beginnt dort Spiele für dieses System zu entwickeln. Wegen der technisch sehr beschränkten Ausstattung
der O2, entwirft Averett einige der kreativsten Videospiele dieser Zeit. Um die Kosten gering zu halten,
vermeidet es Magnavox Averett ein festes Gehalt zu zahlen und beteiligt ihn anstatt dessen an jedem
verkauften Spiel. Eine seiner Entwicklungen, K.C. Munchkin!, wird zunächst das Zugpferd der O2,
gerät aber letztendlich auch in Vergessenheit.
Munchkin! wurde entworfen, um an den unglaublichen Erfolg von
Pac-Man anzuknüpfen. Averett veröffentlicht seine Version 1981 und es wird die Killer-Applikation für die O2.
Es bringt Leute
dazu, nur schon deswegen die O2 zu kaufen. Es bietet einige Erweiterungen zum normalen Pac-Man, wie
bewegliche Pillen und einen rotierenden Monsterkäfig.
Atari, das die Rechte an Pac-Man besitzt und seine unterlegene Version im selben Jahr herausbringt,
ist nicht gerade begeistert. Atari verklagt Magnavox wegen Copyright-Verletzung vor
einem Bundesgericht, das aber entscheidet, dass Munchkin! über genug kreative Unterschiede verfügt, um nicht unter
das Pac-Man Copyright zu fallen. Zufrieden mit dieser Entscheidung, ignorieren die Anwälte von
Magnavox den Berufungsprozess von Atari und die ursprüngliche Entscheidung des Gerichts wird vom
Berufungsgericht wieder umgestoßen. Magnavox muss sein Zugpferd aus den Regalen zurückziehen, die O2
erholt sich von diesem Verlust nicht mehr.
Averett schlägt im Jahr darauf mit dem absolut verrückten K.C.'s Crazy Chase!
zurück, in dem K.C. sich durch ein Waldlabyrinth bewegt und versuchen muss den Schwanz einer Kreatur mit Namen
"Dratapillar" zu fressen... ein dürftig getarnter Rippenstoß gegen Atari. Obwohl es eines der graphisch komplexesten und
unterhaltsamsten Spiele unter den frühen Homevideospielen ist, erscheint es zu spät, um die O2 noch zu
retten.
Versuche das System mit Erweiterungen wie The Voice,
ein Sprachsythesizer, und ein Microsoft-BASIC Programmiermodul am Leben zu erhalten, scheitern am nachlassenden
Marktanteil der O2. Die Master Strategy Series Spiele
von Averett sind der letzte Versuch zur Wiederbelebung. Als die drei Spiele zwischen 1981 und 1982 erscheinen,
besitzt jedes von ihnen erweiterten Speicher, eine umfangreiche Verpackung und beinhaltet Spielfiguren aus Plastik und
Metall, die auf einem sehr ausführlichen Spielbrett die Bildschirmaktionen ergänzen. Das erste Spiel aus dieser
Serie, The Quest for the Rings, gewinnt den Preis "Most Innovative Game of 1981", verliehen von
Electronic Games, das erste Videospiele-Magazin dieser Zeit. Es ist auch bekannt genug, damit Magnavox ein
Farbmagazin in Auftrag gibt, welches die Konsole und ihre Spiele als Thema hat. Das Odyssey Adventure Club
Magazin erscheint vierteljährlich vom Winter 1982 bis Winter 1983 (1982 verlegt von Ceco Publishing Company und
1983 von J.I. Scott Company).
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Mit über 1 Million Einheiten verkauft sich die O2 zweimal besser als andere
Randsysteme wie Channel F, Vectrex und Astrocade, kommt aber bei weitem nicht an Atari heran. Als 1983/84 der
Videospiele-Markt zusammenbricht, verschwindet auch die O2. Magnavox kündigt dennoch die nächste Generation,
die Odyssey 3 mit 16kB RAM, einer echten Tastatur, einen verfügbaren Sprachsynthesizer und ein 300 bps
Modem, an. Sie gehen sogar so weit, daß System auf der CES 1983 vorzustellen, aber es wird nur als sehr
limitierte Ausgabe als G7400 in Europa verfügbar sein.
Screenshots: Odyssey 2
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Bilder:

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Astro-nominal
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Auch Flipper-Gigant Bally schielt 1978 auf das VCS mit dem Bally
Professional Arcade. Der Chefdesigner des Systems ist Jay Fenton, der durch das
Münzspiel GORF berühmt wurde und dessen Hardware in dem neuen Heimsystem verwendet wird.
Das Bally-System besitzt einen 3,6 MHz Z80 Prozessor mit 4kB RAM, 8kB ROM
und einer O2 ähnlichen Bildschirmauflösung. Es gibt einige einzigartige Erweiterungen, wie z.B. ein 24-Tasten
Keypad, das für bestimmte Spiele mit einer Schablone bestückt werden kann. Die Module werden Videocades
genannt, und haben fast genau die Ausmaße einer Audiokassette. Sie werden in eine Ladevorrichtung
auf der Oberseite des Geräts eingesetzt. Vier Spiele sind im System eingebaut:
Gunfight (eine gute Portierung des Spiels von Boot Hill), Checkmate (ein Spiel, das dem Videospiel-Film TRON
vorauseilt), Calculator (ein Taschenrechner mit fünf Funktionen) und ein Zeichenprogramm mit Namen Scribble.
Ein Cassettenrecorder-Interface kann zusätzlich erstanden werden, um Programme in Bally-BASIC zu speichern. Die
Joysticks sind ähnlich denen des Channel F, mit einem drehbaren Knopf am oberen Ende, und einer
8-Richtung-Steuerung. Die Bally Joysticks sind wie Pistolengriffe geformt, mit einem Abzug anstelle eines
Feuerknopfs. Kauft man zwei weitere Joysticks hinzu, können sogar vier Spieler gleichzeitig an der Konsole
spielen. Auf der Rückseite der Maschine ist eine Rauchglasabdeckung, die es erlaubt die Spiele und Schablonen
unterzubringen. Das Gerät verfügt sogar über einen drei Oktaven umfassenden Musiksynthesizer.
Das Professional Arcade wird für US$ 300 auf den Markt gebracht, aber
Bally ist auf den kräftigen Konkurrenzkampf um den Videospielemarkt nicht
vorbereitet, und so verschwindet das Bally Professional Arcade auch schnell wieder.
Zurückgelassen durch die plötzliche
Stillegung der Produktion, kauft eine Gruppe von Hardcore-Usern, die die Vorzüge des Systems und seine BASIC
Programmiersprache schätzen gelernt haben, die Rechte an dem System. 1981 gibt es eine verwirrende Serie von
Namensänderungen; die Fans veröffentlichen erneut das Bally Computer System unter dem Firmennamen
Astrovision, der dann in Astrocade geändert wird und die Astrocade produziert. Durch alle
Reinkarnationen hinweg, ändert sich aber nur der Name, das System selbst bleibt unverändert. Über 45 Module werden
über die ganze Zeit hinweg für das Gerät veröffentlicht, mit vielen weiteren BASIC Programmen, die von Cassette
geladen werden können.
Astrocade produziert auch einen recht bemerkenswerten Pac-Man Clone, aber erregt damit verständlicherweise
den Unmut von Atari, dem Inhaber der Heim-Rechte an Namcos Spielhallenklassiker. Da das Spiel unter dem
Namen nicht veröffentlicht werden kann, wird es leise über Hobbyzeitschriften als "TEST PROGRAMME"
verkauft. Der Dritthersteller Esoterica veröffentlicht das Spiel schließlich unter dem
Titel Muncher.
Unnötig zu erwähnen, dass keine der vielzähligen Versionen der Bally Professional Arcade die Marktführung
von Atari in irgendweiner Weise bedrohen. Über ein Viertel der frühen Heimvideospiele ereilt ein leiser
Tod im Kampf der Videospiele.
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Bilder:
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