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Level 4: Ein letztes Hurra!
Mit einem Gesamtumsatz von ca. $950 Milliarden Dollar im Jahre 1982, ist es kein Wunder, daß Firmen immer noch
versuchen in das Geschäft mit den Konsolen einzusteigen. Atari beherrscht zwar 2/3 des Markts, aber das hält
andere Firmen nicht von einem Versuch ab, dort ebenfalls Fuß zu fassen, und Atari nicht, kräftig zu stolpern.
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Emerson und die Arcadia
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Emerson Electronics ist ein Hersteller von günstigen
Elektronikgeräten wie Fernseher, Videorecorder, Radios und Mikrowellen, und in der Videospielbrutstätte
Parsippany in New Jersey angesiedelt. 1982 feiert die Arcadia 2001 ihr Debüt und wird für ca. $100
Dollar verkauft. In dem kompakten Gehäuse werkelt eine 8-Bit 2650 CPU von Signetics mit 3,58MHz. Die Arcadia
kann neun Farben und vier Sprites gleichzeitig darstellen und sie verfügt über stolze 28 KByte RAM, wobei sie
direkt hinter den 48 KByte liegt, die die ColecoVision vorzeigen kann. Die graphischen Fähigkeiten sind zwar
besser als die des Atari VCS, aber identisch mit denen einer Intellivision, ein schon zwei Jahre altes System.
Die Soundausgabe beschränkt sich auf einen einzigen lumpigen Kanal. Die Controller sind eine kluge
Weiterentwicklung der Controller der Intellivision; sie verfügen über Scheiben, in die Plastikstifte geschraubt
werden können und so das Atari-Controller Feeling aufkommen lassen. Sie kopieren auch einiges von den Konsolen
von Mattel und Coleco, wie ein 12-Tasten-Keypad, das mit Tastaturschablonen versehen werden kann, und die zwei
Feuerknöpfe. Das Gehäuse bietet auf der Oberseite zwar Platz die Controller zu verstauen, wenn sie mal nicht
benutzt werden, aber keinen für die Kabel. Es werden schließlich über 35 Cartridges, in zwei Größen, für das
System entwickelt, u.a. Tanks A Lot, Baseball, Crazy Gobbler und Space Attack.
Leider wird der größte Teil der 28 KByte RAM verschwendet, kein Spiel benutzt mehr als 8 KByte.
Die Arcadia kann als erstes portables Videospielesystem angesehen werden, nicht nur wegen des winzigen
Gehäuses, sondern auch deshalb, weil sie mit jedem 12V-Netzteil läuft, z.B. auch mit einer Auto-Batterie. Es
gibt verschiedene Namen weltweit: In Kanada ist das System als Leisure-Vision bekannt, in Deutschland
als Hanimex HMG-2650 und Tele-Fever, in Italien als Leonardo und in Neuseeland als
Video Master.
Die Arcadia erscheint im selben Jahr wie das graphische Kraftpaket die ColecoVision von dem sie sofort
verdrängt wird und spielt auf dem Markt nur noch eine kleine Rolle bis zu dem Crash 1983-84. Das wohl
dauerhafteste Vermächtnis der Arcadia ist wohl das Rechtsgerangel um den Namen der Konsole, den Emerson mit
Arcadia, dem Hersteller der VCS-Erweiterung Supercharger, ausfechtet. Arcadia wird schließlich in Starpath
umbenannt und letztendlich in Epyx integriert.
Screenshots: Arcadia 2001
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Mal was anderes: Linien!
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1979 entwirft Jay Smith die Microvision, das erste
programmierbare Hand-Held Videospiel für Milton Bradley. Anfang 1981 beginnt er, als Leiter der Western
Technologies/Smith Engineering, mit seinen Angestellten ein Projekt, in dem überflüssige Videomonitore als
portables Vektor-Videospiel verwendet werden sollen. Sie nennen das Gerät:Mini-Arcade. Der
Spielzeughersteller Kenner will sich zunächst die Rechte an dem Projekt sichern, aber das Unternehmen verliert
schließlich das Interesse. Unter der offiziellen Bezeichnung HP-3000 besteht das Gerät aus einem ca. 5" großen
s/w-Monitor und fest angeschlossenen Joysticks mit vier Knöpfen. Mitte 1981 lizensiert General Consumer
Electronics, ein Hersteller von Hand-Held Spielen und Uhren, das Konzept und erhöht die Monitorgröße auf
9". John Hall, Mark Indictor und Paul A. Newell beginnen damit die Mini-Arcade zu bauen.
John Ross baut die Hardware unter Verwendung eines modernen 8-Bit Motorola 68A09 mit 1,5MHz Taktfrequenz
zusammen; weiterhin verwendet er den vielseitig verwendbaren 3-Kanal-Soundchip AY-3-8192 von General
Instruments. Gerry Karr und Hall schreiben die Systemsoftware, in der Industrie bekannt als "Executive".
Unter den späteren Zugängen des Teams gehören die Hilfs-Studenten William Hawkings und Chris
King, die schließlich bis zum Ende des Projekts dabeibleiben.
In das System eingebaut ist der Asteroid Clone Minestorm,
andere Spiele sind auf Cartridges verfügbar. Obwohl das Vektorgraphik-System keine Farben erzeugen kann, können
Overlayfolien, die jedem Spiel beiliegen, über den Bildschirm montiert werden, die so farbige Elemente dem
Spiel hinzufügen. Die meisten dieser Spiele sind Konvertierungen von Automatenspielen mit einigen
Besonderheiten aus der Sammlung vom Vektorspielexperte Cinematronics. Unter den Spielen befinden sich Titel wie
Space Wars, Star Castle, Rip Off, Armor Attack, Solar Quest und Star Hawk. Es gibt auch einige mutige
Vektorgraphik-Umsetzungen von Rastergraphik-Spielen, wie z.B. Stern Electronics Scramble und Berzerk und eine
Umsetzung von Ataris Rennhit Pole Position. Als das System entwickelt wird, ist die Marketingabteilung von GCE
mit dem Originalnamen nicht besonders glücklich und während der Entwicklung wird als Titel noch "Vector-X"
vorgeschlagen. Die Maschine bekommt aber schließlich die Bezeichnung Vectrex und feiert ihr Debüt 1982
auf der CES in Chicago. Sie wird für den Ladenpreis von $199 USD angeboten und Spiele kosten $35 USD. Das
Produkt ist sicherlich einzigartig zwischen den großen Kalibern wie dem VCS, Intellivision und ColecoVision und
findet in den Videospiel- und Elektronikzeitschriften kritische Zustimmung. "Electronic Games" erklärt das
System zum "The King of the Stand-alones" und verleiht in der neu geschaffenen Rubrik "Best Mini-Arcade game"
der hervorragenden Scramble Umsatzung die jährliche Spieleauszeichnung.
1983 kauft Milton Bradley GCE und die
Vectex, aber der Videospielemarkt bricht immer mehr zusammen, so daß schließlich selbst eine
3D-Spielerweiterung nicht mehr das öffentliche Interesse erregt. Milton Bradley verliert 31,6 Mio. Dollar an
Produktionskosten der Vectrex und nachdem die Entwicklung einer Computer-Erweiterung genauso fehlschlägt wie
die einer Farbversion, wird die Produktion vom neuen Eigentümer HASBRO im Frühjahr 1984 eingestellt. Der
Restbestand des weltersten - und einzigen - Vektorvideospiels wird zu Schleuderpreisen auf den Markt
gebracht.
1988 wird von GCE ein Versuch unternommen das System als Hand-Held wieder zurückzubringen, aber das wird
durch Nintendos extrem populären GameBoy vereitelt. Schließlich werden von den Copyright-Haltern die Rechte an
ROM-Images und die System-Baupläne der Allgemeinheit als Public-Domain übergeben, was eine volle Emulation und
die Verteilung von ROMs erlaubt.
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Atari schlägt zurück
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Als das scheinbar unschlagbare VCS aufgrund der graphisches Fähigkeiten
der moderneren ColecoVision und Intellivision an Boden verliert, bringt Atari 1982 einen bedeutungsvollen
Neuzugang auf den Markt, das 5200 Supersystem auch bekannt als PAM oder Video System X. Es wird für rund
$250 USD verkauft und ist alles andere als eine Neuentwicklung, vielmehr handelt es sich um einen 16 KByte
Atari 400 Computer in einem schlanken schwarzen Konsolengehäuse, das von Ataris Designer Regan Cheng
entworfen wurde und mit der "schwarzen Kante" ein neues Bild präsentiert. Ursprünglich wurde dieses Gehäuse für
das schnurlose VCS 2700 entworfen, dessen Entwicklung aber eingestellt wurde; im selben Jahr wird es nochmals
für die 2600jr verwendet. Im 5200 werkelt ein 1,78 MHz 6502C Prozessor zusammen mit dem ANTIC Graphikprozessor,
der 16 aus 256 Farben auf dem Bildschirm darstellen kann. Vierkanal-Sound rundet das ganze Paket ab. Die Idee
zu diesem System geht bis in das Jahr 1978 zurück, in dem man sich Gedanken über ein neuartiges
Videospielsystem machte, aber es wird schließlich nur für die 400/800 Computer verwendet.
Die Spiele von Ataris populären Heimcomputersystemen sind jedoch nicht kompatibel und auch die des 2600
passen wegen des breiteren Cartridge-Formats nicht. Revolutionärer sind schon die Controller, die eine direkte
Antwort auf die der Intellivision sind. Die 5200er Joysticks sind analog
und können über 360 Grad bewegt werden. Weiterhin ist ein 12-Tasten Keypad vorhanden, das seinen Vorgängern folgt und
Schablonen für die Extra-Kommandos bietet. Die zwei Feuerknöpfe sind an der Seite angebracht und jeder Joystick
besitzt einen Knopf für die Geschwindigkeitskontrolle im Spiel und einen weiteren Pause-Knopf.
Bedauerlicherweise sind die Joysticks nicht selbstzentrierend, welches für den Spieler einfacher Spiele, die
nur die vier Grundrichtungen anbieten, sehr frustrierend ist. Ein weiteres Minuspunkt ist, daß die Joysticks
sehr bruchgefährdet sind. Diese Nachteile werden aber von Drittherstellern, wie Wico, behoben, die
zuverlässigere Joysticks für die Konsole anbieten. Anfangs wird die Konsole noch mit vier Joystickports an der
Vorderseite hergestellt, in späteren überarbeiteten Modellen sind es nur noch zwei. Das Supersystem besitzt
auch eine extra RF-Umschaltbox, die es erlaubt zwischen dem Fernsehprogramm und Videospiel umzuschalten. Ganz
nebenbei dient dieses Modul auch als Netzteil und kann automatisch zwischen den beiden Modi hin- und
herschalten.
Diesmal wird Super Breakout dem System beigepackt. Es
ist nicht das bestgeeignete Spiel, um die neuen graphischen Fähigkeiten zu präsentieren, und schon kurz nach
Einführung des neuen Systems wird es durch eine verbesserte Version von Ataris PacMan Clone ersetzt. Natürlich
sind die meisten Spiele für den 5200 Portierungen von Ataris alten Spielehits, wie z.B. Missile Command, Space
Invaders, Pitfall, Pole Position, und andere... Mit der Zeit erscheinen auch neue Titel, darunter Robotron:2084
und Joust. Rund 125 Spiele sind schließlich für das Gerät auf dem Markt verfügbar. Es kommen auch verschiedene
Hardwareerweiterungen auf den Markt, wie z.B. ein Tragekoffer aus Plastik und der 5200 Trak-Ball. Die
anfänglichen Verkäufe der neuen Maschine sind recht gut, aber das Problem liegt in der Kombination aus
inkompetenter Geschäftsführung, zu großer Produktpalette, dem unglaubliches Erfolg des C64 als Spieleplattform
und dem Zusammenbruch des Videokonsolenmarktes, so daß der 5200 keine echte Chance hat und die Produktion 1983
plötzlich eingestellt wird.
Dem Nachfolger, dem 7800 ProSystem, ergeht es noch viel schlechter. Ataris gesamte Hard- und
Softwareabteilung wird nach umfangreichen Studien, was eine Heimcomputerkonsole an Features bieten muß, Ende
1983 für dieses Projekt eingespannt, das zunächst als 3600 bezeichnet wird. Mit an Bord ist die in
Cambridge (MA) ansässige Firma General Computer Corporation, die die erweiterte
256-Farben-Graphikhardware und ein Computer-Erweiterungskit entwickeln. Das gesamte System ist zum 2600
kompatibel und kann 1984 angeboten werden. Der Aufkauf Ataris von Jack
Tramiel wird dem neuem System aber zum Verhängnis, da sich Atari unter der Führung des ehemaligen Leiters von
Commodores nun mehr auf den Heimcomputermarkt konzentriert. Obgleich der ehemalige furchteinflößende Name ATARI
an Kraft verloren hat, hat er immer noch genug Kraft Nintendo einen gehörigen Schrecken einzujagen, die 1985
mit ihrem Famicon Videospiel-System einen großen Erfolg in Japan haben. Nintendo versucht Atari näher zu
kommen, in der Hoffnung, daß Atari ihr System in Nord-Amerika verkaufen werden. Was die wohl größte Kooperation
in der Videospielgeschichte gewesen wäre, endet damit, daß Atari das Angebot ablehnt und seine Zukuft auf das
immer älter werdende 7800 aufbaut. Dieses kommt schließlich zum zweitenmal 1986 zusammen mit dem beigepackten
Pole Position II auf den Markt und verschwindet ohne jede Spur von dem nun von Nintendo und Sega
dominierten Markt.
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